CHARM Trails Reisetagebüchersammlung
Erinnerungsschätze

Reiseerinnerungs-Sammler – Seasalter, Kent

Seit vermutlich mehr als 30 Jahren halte ich die Erlebnisse meiner Reisen in Tagebüchern fest. Keines gleicht dem anderen: es gibt gekaufte und selbstgebundene Exemplare, gedruckte oder handschriftlich befüllte, mit Fotos, mit Skizzen, mit Bildern von Postkarten und Prospekten, mit viel und mit wenig Text – je nach Reiseart, -alter, -ziel und –laune. Sobald ich eines von ihnen zur Hand nehme, bin ich an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit und doch ganz bei mir selbst und meist noch in Gesellschaft.
Hast du Lust, mich auf ein paar Erinnerungsspuren zu begleiten?

Nimm dir eine Tasse deines Lieblingsgetränks,
such dir ein bequemes Plätzchen und lass uns starten.

Los geht’s in Seasalter, ca. 100 km östlich von London an der Nordseeküste. Dort haben wir im Sommer 2018 zwei verzaubernde Wochen am Meer verbracht. Unser kleines Strandcottage grenzte unmittelbar an die Gartenmauer und bei Flut hatten wir auf der Veranda das Gefühl, Kapitän eines großen Hausbootes zu sein.

Das Haus, der Strand, dieser kleine Platz an der Nordseeküste Englands – er ist mein Sehnsuchtsort seit dem vergangenen Sommer und ich wünschte mir schon viele Male, wieder dort zu sein. Nicht, weil ich hier dringend weg möchte, sondern, weil es mich sehnsuchtsvoll dort hin zieht. Und die Einträge aus meinem Tagebuch lassen mich zumindest in Gedanken dort sitzen:

Das Wetter ist heute einfach bilderbuchmäßig und – nachdem sich gegen Abend auch der Wind beruhigt – surrealistisch schön. Das Leben in Deutschland ist unvorstellbar weit weg. Was wirkt die Welt friedlich hier in der Sonne am Wasser bis zum Horizont. Kann mir das Meer einen inspirierenden Satz schenken? Der helfen kann, in allen den Wunsch auf friedliches Miteinander keimen zu lassen? Welches gemeinsame Ziel könnte diesen zum Wachsen bringen?

Auszug vom Sonntag, 08.07.2018 –
Wichtiger Eintrag ins kleine Handbuch für Spinnen:

Morgendliche Terrassenbesuchern, größer als 1,50 m, mit voller Konzentration auf Kaffetasse und Aufwachen sind in der Sommersaison täglich zu erwarten. Deshalb: Keine Netze vor Ein- und Ausgangstüren anbringen. Es wirkt des Nachts sicher verlockend vor beleuchteten Scheiben zu bauen – verspricht ein derartiger Standort doch fette Beute. Nur tägliches Spinnen in der Abenddämmerung ist auf Dauer sehr ermüdend.

Und zum Abschluss noch etwas Lehrreiches für uns als Reisegruppe: Wir starten unsere Tour gen Canterbury mit Wagen und unter Zuhilfenahme des zugehörigen Navigationsgerätes. Das Gerät lotst uns über reizvolle Schleichwege der näheren Umgebung und nach 30 Minuten behauptet es, wir hätten unser Ziel erreicht. Ein kostenloser Parkplatz am Straßenrand ist schnell gefunden. Irgendwie hatte ich mir Canterbury größer, städtischer vorgestellt. Die Highstreet ist schnell erreicht, von der versprochenen Tourist Information fehlt jede Spur. Wir ziehen Google zu Rate. Die Karte meint 17 Minuten bis zur Information – mit dem Auto. Wir verlassen Wingham. Merke: praktisch jeder Ortsteil hat hier seine eigene High Street …

Die zwei Wochen in England waren morgens manchmal klebrig, lehrreich, inspirierend, spannend, bunt und seelenstreichelnd – einfach wunderbar. Das Reisetagebuch Seasalter steht jetzt neben seinesgleichen im Reisebuchregal und bewahrt alle meine Gedanken, Erlebnisse, Erkenntnisse und Gefühle sicher auf. Ich werde die Reise noch viele Male wiederholen können – in meinem Kopf und Herzen. Und unsere Kinder werden später einen Blick zurück in ihre Kindheit werfen können, von der sie 2 Wochen im Norden Englands verlebt haben. Ich kann mir kein besseres Reisesouvenir vorstellen.

Ich wünsche dir wunderbare Reisen und Zaubermomente an jedem Tag deines Lebens. Herzliche Grüße, Martina

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